201707.14
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Das Wechselmodell

Der Bundesgerichtshof hat mit Beschluss vom 01.02.2017 eine Entscheidung zum Wechselmodell gefällt. 

Unter Wechselmodell versteht man eine gerichtliche Umgangsregelung, die im Ergebnis zu einer gleichmäßigen Betreuung des Kindes durch beide Eltern führt. Der Bundesgerichtshof teilt mit, dass eine solche Umgangsregelung vom Gesetz nicht ausgeschlossen wird.

Selbst wenn ein Elternteil das Wechselmodell ablehnen sollte, kann eine solche Regelung vom Gericht festgesetzt werden.

Allein entscheidender Maßstab der Anordnung eines Umgangsrechts ist neben den beiderseitigen Elternrechten das Kindeswohl, das vom Gericht nach Lage des jeweiligen Einzelfalls zu prüfen ist.

Das Wechselmodell ist anzuordnen, wenn die geteilte Betreuung durch beide Eltern im Vergleich zu anderen Betreuungsmodellen dem Kindeswohl im konkreten Fall am besten entspricht.

Es ist dabei zu berücksichtigen, dass das Wechselmodell gegenüber herkömmlichen Umgangsmodellen höhere Anforderungen an die Eltern und das Kind stellt, das zwischen zwei Haushalten pendelt und sich auf zwei Lebensumgebungen einzustellen hat.

Das Gericht geht daher davon aus, dass es dem Kindeswohl nicht entspricht, ein Wechselmodell anzuordnen, wenn zwischen den Eltern keinerlei Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit besteht.

Solange das Verhältnis der Eltern erheblich konfliktbelastet ist, widerspricht ein solches Wechselmodell dem Interesse des Kindes.

Das Kind ist in einem solchen Verfahren in jeden Fall zu hören (BGB, Beschluss vom 15.03.2017 – XII ZB 245/16 – vorausgehend OLG Brandenburg und AG Bernau bei Berlin).

Die Frage, welche  Unterhaltsansprüche bei der Festsetzung eines Wechselmodells entstehen und wie der Unterhaltsbedarf des Kindes sich bemisst wurde bereits im Jahr 2015 vom OLG Düsseldorf entschieden (OLG Düsseldorf, Beschluss vom 18. Mai 2015 – II – 7 UF 10/15). Wir bieten Ihnen dazu eine individuelle Beratung an.